Sie ist Kult und gehört zum Mönchgut wie die weißen Strände: Die Ruderfähre zwischen Baabe und Moritzdorf. Seit 1891 verbindet das kleine Ruderboot die beiden Ufer am Selliner See miteinander. Wer übersetzen will, muss keine Tickets ziehen – man ruft einfach laut „Hol über!" oder läutet die Glocke am Anleger.
Nur 49 Meter – und trotzdem ein Erlebnis
Der Fährmann rudert dann herüber und nimmt bis zu 15 Passagiere an Bord. Die Überfahrt beträgt exakt 49 Meter – eine der kürzesten Fährverbindungen in ganz Deutschland. Trotz der Mini-Distanz spart die Fähre einen riesigen Umweg um den See. Auch E-Bikes, Kinderwagen und normale Fahrräder werden verladen. An Sommertagen befördert der Fährmann bis zu 100 Mal hin und her.
Ein Stück lebendiger Inselgeschichte
Die Tradition geht auf das Jahr 1891 zurück, als Kaufmann Martin Looks die erste Ruderbootfähre in Betrieb nahm. Bereits in den 1880er Jahren gab es Pläne für eine Brücke über den Selliner See – sie wurden nie verwirklicht. So blieb die Fähre, was sie ist: ein unersetzliches, charmantes Stück Mönchgut.
Warum lohnt sich die Überfahrt?
Die Fähre ist der Dreh- und Angelpunkt für Radtouren im Mönchgut. Von Baabe nach Moritzdorf, dort auf der „Moritzburg" einkehren, weiter nach Seedorf wandern oder radeln – und mit der nächsten Überfahrt wieder zurück. Der Selliner See glitzert dabei zu beiden Seiten. Wer einmal „Hol über!" gerufen hat, vergisst es nicht.
Häufig gestellte Fragen
Wann fährt die Ruderfähre Moritzdorf?
In der Saison (Mai bis Oktober) täglich auf Abruf. Bei Sturm oder Eisgang fährt sie nicht. Im Winter ist die Fähre außer Betrieb.
Was kostet die Überfahrt?
Die Überfahrt kostet 0,50 € pro Person und 1,00 € pro Fahrrad. Kleingeld bereithalten!
Wie rufe ich den Fährmann?
Einfach laut „Hol über!" rufen oder die Glocke am Anleger läuten – der Fährmann kommt dann mit dem Ruderboot hinübergepaddelt.



